Ohne Anspruch auf Vollständigkeit lassen sich Mitglieder aus unseren Reihen finden, die das Kieler, Schleswig-Holsteinische, deutsche und sogar das Weltbild ein Stück mehr mitgeprägt haben.
Beseler, Wilhelm Hartwig
Beseler, Carl Georg Christoph
Binzer, August Daniel von
Blunck, Hans Friedrich
Esmarch, Dr. Friedrich von
Harms, Friedrich
Jensen, Wilhelm
Johannsen, Kurt-Herbert
Kröger, Timm
Lornsen, Uwe Jens
Marbach, Karl
Michelsen, Andreas Ludwig Jacob
Mommsen, Theodor
Müllenhoff, Karl Viktor
Nitzsch, Karl Wilhelm
Olshausen, Justus
Olshausen, Theodor
Stein, Lorenz von
Topp, Erich
Voss, Claus

Binzer,
August Daniel von, *30.05.1793 +20.03.1868. Ausbildung
zum Kaufmann in England und Schweden, Studium in Kiel und Jena, Dr.
phil., Gründungsvater der burschenschaftlichen
Bewegung in Kiel 1817. Vorkämpfer für
ein deutsches Schleswig-Holstein, er wurde von der dänischen
Krone politisch verfolgt. Enger Vertrauter von Lornsen.
Herausgeber der Werke von Benjamin Franklin in Deutschland.
Blunck,
Hans Friedrich (1888 – 1961), Jurist, Regierungsrat und
Schriftsteller, Regierungsrat. Syndikus der Universität
Hamburg. Präsident der Reichsschrifttumskammer. 1935 freier
Schriftsteller, Lyriker, Erzähler und Dramatiker.
Olshausen,
Justus (1800-1882), Teilnehmer des Wartburgfest 1817,
Professor für morgenländische Sprachen in Kiel
Olshausen,
Theodor (1802-1869), Teilnehmer des Wartburgfest
1817,der wichtigste Verleger der Universitätsstadt und
Herausgeber des “Korrespondenzblattes”, der größten
Zeitung im Kiel jener Tage. Mitglied der provisorischen Regierung 1848,
Auswanderung nach Amerika. Förderer des Journalisten Pulitzer
(Pulitzerpreis).

Beseler,
Wilhelm Hartwig
*02.03.1806 +02.11.1884, Jurist. Advokat und Notar in Schleswig,
Gründer der Standesvertretung der Anwälte in den
Herzogtümern, politischer Vorkämpfer der Sache
Schleswig-Holsteins. Auf die Ankündigung einer
gesamtdänischen Verfassung im Januar 1848 bildete er Ende
März eine provisorische Regierung für
Schleswig-Holstein, was den Ausbruch eines
militärischen Konfliktes zur Folge hatte. Er wurde ihr
Präsident, ferner wurde er später Mitglied der
Frankfurter Nationalversammlung (Paulskirche), 1849/50 Statthalter in
Holstein, verlässt 1851 die Herzogtümer und setzt
sich später publizistisch für deren Angliederung an
Preußen ein.
Beseler,
Carl Georg Christoph *02.11.1809 + 28.8.1888, Bruder von
Wilhelm Hartwig Beseler,
1827-31 Studium der Rechtswissenschaften in Kiel und München,
Professor der Rechte 1835-37 in Basel, 1837-42 in Rostock. Redakteur
und Begründer verschiedener Zeitschriften und Zeitungen,
Verfasser zahlreicher juristischer und politischer Werke, gilt als
einer der geistigen Väter des deutschen Handelsgesetzbuches,
des Bürgerlichen Gesetzbuches und der Genossenschaftstheorie, maßgebliche
Beteiligung an der Ausarbeitung der Grundrechte.
Mitglied der Kaiserdeputation des Paulskirchenparlaments.
Stein,
Lorenz von *15.11.1813 +1890, Gründer der
Burschenschaftlichen Verbindung Albertina (» Geschichte Teutonia),
einer der bedeutendsten Sozialwissenschaftler des
19. Jahrhunderts. Er studierte Rechtswissenschaft und
Philosophie, arbeitete einige Jahre als freier Journalist, war
Professor für Nationalökonomie an der
Universität Wien und selbst als Unternehmer aktiv. In
liberaler Tradition stehend, plädiert von Stein für
eine evolutionäre Entwicklung der bürgerlichen
Gesellschaft, in der die persönliche Freiheit der Menschen zu
verwirklichen sei. Seine soziologischen Analysen machten von Stein zu
einem der Gründungsväter der Soziologie. Nach ihm ist
das gleichnamige Institut der rechtswissenschaftlichen
Fakultät der CAU benannt.
Lornsen,
Uwe Jens *18.11.1793 +11.2.1838, Jurist in der
dänischen Staatsverwaltung, 1830 Ernennung zum Landvogt auf
Sylt. Seine Aufsehen erregende Schrift vom Nov. 1830 “Über das
Verfassungswerk in Schleswig-Holstein”, die ihn in Kopenhagen zum
Hochverräter stempelte und ihn sein Amt kostete, legt den
Grundstein für die Diskussion um eine Verfassung für
die Herzogtümer. Er wurde zur Symbolfigur in
der schleswig-holsteinischen Erhebung 1848.
Esmarch,
Dr. Friedrich von *9.1.1823 +23.2.1908, Studium der
Medizin in Kiel und Göttingen.1870 wurde er Generalarzt und
beratender Chirurg der Armee. Er entwickelte sich zu einem der
bedeutendsten Unfallchirurgen des 19. Jahrhunderts. Er gilt als Mitbegründer
der Unfallchirurgie und Ersten Hilfe in Deutschland . Er
war der Gründer der “Samariter-Schule” (Vorläufer des
“Arbeiter Samariter Bund). Er wurde 1887 geadelt. Seit 4.6.1897 zum
Ehrenbürger der Stadt Tönning.
Harms,
Friedrich (1819-1880), Philosoph
Nitzsch,
Karl Wilhelm (1818-1880), Historiker
Jensen,
Wilhelm (1837 – 1911) Dichter, Schriftsteller
Johannsen,
Kurt-Herbert (1910 – ?), Professor, Bundesrichter
Kröger,
Timm (1844-1918), Erzähler, Novellist
Müllenhoff,
Karl Viktor (1818 – 1884) Germanist und
Volkskundler, Professor, „Deutsche Altertumskunde“
Voss,
Claus (1904 – 1971) Orthopäde,
Chefarzt, operierte als erster die als inoperabel geltende
Hüftgelenksarthrose
Michelsen,
Andreas Ludwig Jacob *31.5.1801 +11.2.1881, 1819-23
Studium der Rechtswissenschaften, Geschichte und Philosophie in Kiel;
1824 Dr. iur. Kiel; 1829-42 Professor der Geschichte in Kiel, 1833 Dr.
phil. h. c. Kiel; 1842-61 Professor des Staats- und
Völkerrechts in Jena, im Frühjahr 1848
Sonderbeauftragter der provisorischen schleswig-holsteinischen
Regierung in Berlin; Erster Vorstand des Germanischen Nationalmuseums
in Nürnberg; Verfasser zahlreicher politischer, juristischer
und historischer Werke und Textsammlungen.
Mommsen,
Theodor *30.11.1817 +01.11.1903, Jurist und Historiker,
während der schleswig-holsteinischen Erhebung politischer
Journalist, ab Ende 1848 akademische Karriere – zunächst in
Leipzig, ab 1852 in Zürich, 1854 Breslau. Lichtgestalt auf dem
Gebiet der Altertumswissenschaft und römischen
Rechtsgeschichte. Für seine vierbändige
“Römische Geschichte” erhält er 1903
den Literaturnobelpreis. Sein “Römisches
Staatsrecht” und “Römisches Strafrecht” sind noch heute
für alle angehenden Juristen Pflicht. Mommsen war ab 1861
Professor für Geschichte an der Humboldt-Universität
in Berlin.
Marbach,
Karl Erster Präsident des Landesrechnungshofes
Schleswig-Holstein.

Topp, Erich
*02.07.1914
+26.12.2005.
Er begann seine Aktivenzeit bei Teutonia als Medizinstudent, wechselte
jedoch zur Kriegsmarine. Er war ein hochdekorierter
U-Bootkommandant im 2. Weltkrieg (U552)
und diente nach dem Krieg als Admiral in der Bundesmarine. Ferner
machte er sich als Architekt einen Namen.