Nachruf zum Tode von Konteradmiral a.D. Erich Topp Abschied von einem kritischen Marineoffizier.

Erich Topp trat 1958 in die neu gegründete Bundesmarine als Fregattenkapitän ein. Zuvor hatte er ein Architekturstudium absolviert und als Architekt gearbeitet. Er diente u.a. in Washington als deutscher militärischer Vertreter im Military Committee der NATO. Später war er als Stellvertreter des Inspekteurs der Marine eingesetzt. Er nahm 1969 seinen Abschied als Konteradmiral.

Erich Topp gehörte zu den Marineoffizieren der ersten Stunden der jungen Bundesmarine, die voll und ganz hinter der pluralistischen und demokratischen Gesellschaftsform der Bundesrepublik Deutschland standen. Erich Topp setzte sich in selbstreflektierender Weise und mit einem klaren Profil mit der Vergangenheit und der Verantwortung der Kriegsmarine auseinander.

Er befürwortete das Leitbild des Staatsbürger in Uniform und begrüßte das Konzept der Inneren Führung der Bundeswehr. Als einer der höchst dekorierten Ubootoffiziere der Kriegsmarine distanzierte er sich von Haltungen der Uboot- und Marineführung der ehemaligen Kriegsmarine. Dies brachte ihm im Nachkriegsdeutschland viel Anstoß und Anfeindungen von inaktiven aber eben auch von aktiven Marineoffizieren ein.

In diesen Tagen beginnen die Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum der Marine. Diese Marine wurde in ihrer Anfangphase wesentlich geprägt durch kritische und selbstkritische Persönlichkeiten wie Erich Topp. Die Deutsche Marine wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Lutz Feldt Vizeadmiral

Der Beitrag erschien seinerzeit auf der Homepage der Bundesmarine unter marine.de.

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